Wie wird Brustkrebs erkannt?

In frühen Stadien verursachte Brustkrebs keine Schmerzen oder Beschwerden. Dennoch gibt es verschiedene Verfahren, wie man Brustkrebs diagnostizieren kann.

Tastbefund:
Du solltest deine Brust regelmäßig selbst abtasten, zum Beispiel beim Einseifen unter der Dusche. Damit fällt es dir leichter, Veränderungen wie Verhärtungen, Knoten oder Hauteinziehungen wahrzunehmen. Du wirst dabei auch feststellen, dass sich deine Brust im Zyklus verändert und mal weicher, mal fester anfühlt. Das liegt an den Hormonveränderungen während des Zyklus. Deshalb empfehle ich dir, die Tastuntersuchung eine Woche nach der Regelblutung durchzuführen, weil dein Brustdrüsengewebe dann am weichsten ist. Wenn du dir bei der Selbstuntersuchung unsicher bist, berät dich dein Frauenarzt oder du kannst einen MammaCare-Kurs zum Erlernen der strukturierten Selbstuntersuchung der Brust besuchen. Adressen für diese Kurse findest du hier:

Parallel dazu tastet dein Gynäkologe/deine Gynäkologin im Rahmen der jährlichen Vorsorge ebenfalls deine Brüste ab, um Tastbefunde zu erkennen und ggf. abzuklären.

Ultraschall der Brust (Mammasonographie):
Der Ultraschall ist eine sehr gewebeschonende Untersuchungsart, bei der dein Brustdrüsengewebe durch moderne Geräte durchleuchtet wird und auch kleinste Gewebeveränderungen erkannt werden können. Der Ultraschall bietet auch bei sehr dichtem Drüsengewebe ein gutes Bild und hilft bei er Unterscheidung von Zysten und Knoten. Weil keine gesundheitsschädlichen Strahlen nötig sind, kann diese Art von Bildgebung gefahrlos beliebig oft wiederholt werden, ohne dass es dir Schaden zufügt. Das Ergebnis liegt sofort vor und kann mit dir besprochen werden. Der Brustultraschall wird sowohl von Frauenärzten als auch von Radiologen durchgeführt. Er auch dient als Kontrollinstrument während einer Chemotherapie vor der Operation, um Veränderungen deines Tumors durch die Chemotherapie zu beobachten (z. B. eine Größenabnahme des Tumors). Auch in der Nachsorge spielt der Ultraschall eine große Rolle. Als Screening Untersuchung (Krebssuche bei Frauen ohne Beschwerden zur Früherkennung) hat er sich allerdings nicht bewährt, u.a. weil es eine untersucherabhängige Methode ist. Er ist aber eine sehr gute ergänzende Methode, wenn in der Mammographie Auffälligkeiten vorhanden sind oder aber Beschwerden oder Tastbefunde in der Brust erhoben werden

Röntgen der Brust (Mammographie):
Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust und dient zur Abklärung tumorverdächtiger Befunde wie z.B. Kalkablagerungen, Knoten, Verdickungen oder  Gewebearchitekturstörungen. Sie ist lang die beste Methode in der Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen ab 50 Jahren im Deutschen Mammographie Screening Programm. Vor der Mammographie solltest du kein Deo oder Bodylotion verwenden, weil das die Aussagekraft des Mammographiebildes beeinträchtigen kann. Bei der Untersuchung werden deine Brüste vorsichtig in die Länge gezogen und zwischen zwei Kunststoffplatten gelegt und zusammengedrückt. Das kann durchaus etwas unangenehm sein, ist aber wichtig, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Dann wird geröntgt. Meistens werden zwei Bilder aus verschiedenen Richtungen gemacht, eines von oben nach unten und das andere schräg von der Mitte zur Seite hin.
Alle Bilder werden nach dem Vier-Augen-Prinzip begutachtet. Das bedeutet, dass immer zwei Radiologen die Bilder unabhängig voneinander befunden. Wenn diese beiden Befunde voneinander abweichen, kann es sein, dass weitere bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Das kann auch der Fall sein, wenn in der Mammographie keine eindeutige Aussage bzgl. des Befundes getroffen werden kann. Je dichter dein Brustdrüsengewebe ist, auch je jünger du bist, desto schwerer ist die Bildbeurteilung in der Mammographie und andere bildgebende Untersuchungen sind nötig.

Kernspin der Brust (MRT):
Das Kernspin ist eine sehr genaue Untersuchung, jedoch nicht bei allen Befunden in der Brust die optimale Untersuchungsart. Dabei wird dein Oberkörper in Bildschichten dargestellt. Hier entsteht keine Strahlenbelastung, weil das Verfahren auf Magnetismus beruht. Das Kernspin ist ein Zusatzverfahren, das meistens mit einem Kontrastmittel, das dir in deine Blutbahn gespritzt wird, durchgeführt wird und weitere Informationen über Lage und Größe eines Tumors geben kann. Es ist sehr empfindlich, aber nicht spezifisch genug, weshalb Veränderungen, die man im MRT sieht, nicht automatisch auch bösartig sein müssen (sogenannte falsch-positive Befunde). Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten für ein MRT nur in bestimmten Situationen übernommen. Daher ist es wichtig die Kostenübernahme zuvor mit der Krankenkasse zu klären. Die Ärzte helfen dabei.

Feingewebliche Untersuchung (Biopsie):
Um eine Diagnose zu sichern, ist eine feingewerbliche Untersuchung durch die Pathologie notwendig. Dafür werden kleine Gewebestücke aus dem abzuklärenden Befund benötigt. Dazu wird eine Stanzbiopsie durchgeführt. Für diese Untersuchung erhältst du eine Lokalanästhesie, damit du während der Gewebeentnahme keine Schmerzen hast. Unter Ultraschallsicht führt der Arzt mit einem kleinen Apparat die Stanznadel in deinen Tumor und die Nadel wird mit hoher Geschwindigkeit in deinem Tumor geschoben um kleine Gewebestückchen herauszustanzen. Eine derartige Biopsie kann auch Mammographie- oder MRT-gestützt erfolgen, je nachdem mit welchem Verfahren das Areal am besten zu sehen ist. Falls möglich greift man zur Ultraschall-gestützten Biopsie, weil dies die am wenigsten aufwendige Maßnahme für die Patientin darstellt. Insgesamt müssen zur Qualitätssicherung mindestens 3 Gewebeproben entnommen und zur Pathologie geschickt werden. Nach der Biopsie bekommst du einen festen Verband angelegt, damit sich kein großer Bluterguss bilden kann. Wenn du Schmerzen hast, kannst du Schmerztabletten wie Ibuprofen einnehmen (bitte keine gerinnungshemmenden Schmerzmittel wie z.B. Aspirin!). Der Druckverband darf nach 24 Stunden wieder entfernt werden. Durch eine Stanzbiopsie kann unter Umständen eine diagnostische Operation vermieden werden.

Vera

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