Wie kommt es zu Haarausfall?

 

Viel mehr als vor der Krebstherapie, fürchten sich viele vor dem Haarausfall, der als Begleiterscheinung auftreten kann. Doch wie kommt es überhaupt zu Haarausfall und wann ist damit zu rechnen?

Unser Haar besteht aus Horn, das in der Kopfhaut verwurzelt ist. Über diese Verbindung nimmt das Haar am Stoffwechsel des Körpers teil. Ist der Stoffwechsel gestört, hat das auch Einfluss auf das haar. SO kann es bei Stoffwechselerkrankungen oder Mangelernährung zu Haarausfall kommen.

Bei der Chemotherapie kommt es zur Schädigung der Haarwurzelzellen. Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen wirken besonders gut auf Zellen, die sich teilen. Krebszellen teilen sich besonders oft, daher wirkt die Chemotherapie. Doch auch die Zellen der Haarwurzel sind teilungsfreudig. Auf Grund des hohen Anteils an sich teilenden Zellen in den Haarwurzeln kann es bereits zwei Wochen nach Beginn einer Chemotherapie zu Haarverlust kommen. Körperbehaarung, Wimpern und Augenbraun wachsen langsamer als das Kopfhaar, (die Zellen in den Wurzeln teilen sich seltener), daher ist der Verlust der Haare hier erst später zu beobachten. Das Ausmaß des Haarverlustes hängt dabei von vielen Faktoren ab. Dazu gehören u.a. die eigene Veranlagung, aber auch die Art der Chemotherapie.

Nach der Chemotherapie wachsen die Haare wieder nach. Das Kopfhaar ist dabei durch seine teilungsfreudigen Zellen am
schnellsten. Etwa drei Monate nach Ende der Chemotherapie sollte es schon wieder so lang sein, dass man auf eine Perücke verzichten kann. Es kommt allerdings vor, dass sich die Haarstruktur verändert und so wird von dünnerem und auch gewelltem Haar nach einer Chemotherapie berichtet. Selten kommt es zu vermindertem oder vollständigem Ausbleiben des Haarwachstums. Dies kann bei hochdosierten Chemotherapien der Fall sein.

Haarverlust durch Bestrahlung ist ebenfalls möglich, wenn die Haare im Strahlenfeld liegen. Bei besonders hohen Strahlendosen kann es vorkommen, dass sich nicht alle Haarwurzeln vollständig erholen und das Haar dauerhaft dünner bleibt.

Zur Vorbeugung von Haarausfall werden Kühlhauben angeboten, die zumindest teilweise den Haarausfall bremsen können. Diese sollen – durch eine Kühlung der Kopfhaut – den Stoffwechsel an den Haarwurzeln verlangsamen, so dass weniger Medikamente an die sich teilenden Zellen der Haarwurzel gelangen. Patient*innen berichten allerdings auch von unangenehmen
Nebenwirkungen durch diese Hauben wie Kopfschmerzen. 

Zur Unterstützung des Haarwachstums nach der Chemotherapie sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Nährstoffmangel kann über eine Blutanalyse beim Hausarzt abgeklärt und gegebenenfalls gezielt behandelt werden, um das Haarwachstum zu unterstützen. Es wird empfohlen Shampoos mit Inhaltsstoffen wie Rosmarin zu verwenden, die die Durchblutung der Kopfhaut anregen , und die Kopfhaut zu massieren.

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MBF