Welche Zusatzuntersuchungen sind vor der Therapie noch notwendig?

Umgebungsuntersuchungen (Staging): Wenn Krebszellen des Brustkrebses sich in anderen Organen ansiedeln und dort weiter wachsen, spricht man von Metastasen. Da die Therapie bei einem Brustkrebs mit Metastasen eine andere ist als ohne die Absiedelungen im Körper, werden vor der Therapie die Leber, deine Knochen und die Lunge durch verschiedene bildgebende Verfahren untersucht. Leber, Knochen und Lunge sind die Organe, an denen sich die Krebszellen bei Brustkrebs am häufigsten ansiedeln.

Ultraschall der Leber (Oberbauchsonographie):
Diese Untersuchung kann dein Hausarzt, Internist oder ein Radiologe durchführen. Der Leberultraschall ist eine ähnliche Untersuchung wie der Ultraschall bei der Brust und ist ein bildgebendes Verfahren, dass zur Beurteilung deiner Leber, Gallenblase und den Gallenwegen dient. Bei dieser Untersuchung sollte man nüchtern sein, nur dann ist die Gallenblase gefüllt und kann besser beurteilt werden. Diese Untersuchung ist mit keiner gesundheitsschädlichen Strahlenbelastung verbunden.

Röntgen der Lunge (Röntgen Thorax):
Die Röntgenuntersuchung deines Brustkorbes dient zur Beurteilung und zum Ausschluss von Befunden in deiner Lunge. Sie ist ein häufig eingesetztes Verfahren im klinischen Alltag und kann zusätzlich Informationen zur Herzgröße, deine Knochen im Brustkorb und am Brustbein sowie dem Rippenfell liefern.

Darstellung der Knochen (Szintigraphie):
Bei der Szintigraphie können mit Hilfe einer schwach radioaktiven Substanz (Phosphat) krankhafte Veränderungen im Knochen und Knochenstoffwechsel dargestellt werden.
Für diese Untersuchung solltest du etwa 3-4 Stunden einplanen und sie erfolgt in zwei Schritten: Im ersten Schritt wird dir die radioaktive Substanz in eine deiner Venen gespritzt. Es erfolgen je nach Fragestellung die ersten Bildaufnahmen. Die Substanz verteilt sich zunächst in den Blutgefäßen und im Gewebe, die sich nach den ersten Aufnahmen gut beurteilen lassen.
Nach der Injektion dauert es etwas, bis sich die Substanz im ganzen Körper verteilt hat. Diese Wartezeit ist – je nachdem welches Organ untersucht werden soll, unterschiedlich lang. Während sie bei einer Herzuntersuchung etwa 1 Stunde dauert, liegt sie bei einer Knochendarstellung bei etwa 2 Stunden. In dieser Zeit solltest Du viel trinken und häufig die Blase entleeren, weil die Anregung deines Stoffwechsels die Bildqualität verbessert. Während dieser Wartezeit lagert sich das radioaktive Phosphat in deinen Knochen an. Es erfolgen erneut Aufnahmen, die etwa eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Die Strahlenbelastung ist sehr gering und etwa vergleichbar mit der Strahlenbelastung einer Röntgenaufnahme. Du kannst nach der Untersuchung ohne Bedenken Auto fahren, die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen oder zur Arbeit gehen. Die Untersuchung kannst du bei einem Nuklearmediziner und auch in einigen radiologischen Praxen durchführen lassen.

Computertomographie (CT):
Die Computertomographie ist ein modernes Schnittbildverfahren, das einen detaillierten Blick in deinen Körper möglich macht. Durch Röntgenstrahlen wird dein Körper durchleuchtet und erstellt dabei Aufnahmen, die ein Computer in Bilder umwandelt. Während das herkömmliche Röntgenbild in zwei Ebenen angefertigt wird, können mit dem CT dreidimensionale Bilder gemacht werden. Um die Organe auf den Bildern besser unterscheiden zu können, wird für bestimmte Untersuchungen ein Kontrastmittel verwendet. Das bekommst du vor der Untersuchung in deine Venen gespritzt. Die Untersuchung ist mit einer Strahlenbelastung verbunden, allerdings hilft sie bei vielen Fragestellungen, die durch andere Verfahren nicht geklärt werden können. Nach der Untersuchung solltest du viel trinken, damit das Kontrastmittel wieder schnell ausgeschieden wird. Wenn dir dein behandelnder Arzt ein CT für deinen Oberkörper empfohlen hat, ersetzt diese Untersuchungsart den Ultraschall von deiner Leber und das Röntgenbild deiner Lunge, weil diese beiden Organe im CT gut beurteilt werden können. Die Szintigraphie ersetzt es nicht.

Darstellung aller Organe (PET-CT):
Die Positronen Emissions Tomographie (PET) ist ein weiteres bildgebendes Verfahren, bei dem du eine Injektion mit einem sogenannten „Tracer“ (radioaktiv markiertes Biomolekül) erhältst. Im Unterschied zur Szintigraphie erfolgen die Bildaufnahmen nicht nach der Injektion, sondern bereits während sich der Tracer in deinem Körper verteilt. Für diese Untersuchung liegst du in einem CT (Computertomograph). In der Krebsdiagnostik erhältst du den sogenannten FDG-Tracer, ein Traubenzuckermolekül, das mit radioaktivem Fluor markiert ist. Der FDG-Tracer wird wie ein normaler Traubenzucker von deinem Stoffwechsel aufgenommen und abgebaut. Krebszellen weisen im Gegensatz zu normalen Zellen einen deutlich erhöhten Traubenzuckerbedarf auf. Das FDG reichert sich in den bösartigen Zellen an und hebt sich dadurch in den Bildern deutlich von den gesunden Zellen ab. Dadurch lassen sich auch kleine Metastasen, die unter einem Zentimeter groß sind, darstellen. Weil Traubenzucker ein Hauptbestandteil deiner natürlichen Zellen sind, wirst du kaum Nebenwirkungen verspüren. Die Strahlenwirkung des FDG-Tracers ist sehr kurz. Bereits nach 110 Minuten ist nur noch die Hälfte des ursprünglichen Radioaktivität vorhanden (nach 220 Minuten ein Viertel, nach 330 Minuten nur noch Achtel usw.). Ein großer Anteil der Radioaktiven Substanz wird über den Urin ausgeschieden, deshalb solltest du nach der Untersuchung viel trinken, um die Substanz aus deinem Körper zu spülen. Das PET-CT dauert je nach Untersuchungsgebiet etwa 30 bis 90 Minuten. Die Indikationen für ein PET-CT sind von den Krankenkassen streng limitiert. Bei Brustkrebs wird diese Untersuchung als ergänzende Untersuchungen zum Kernspin (MRT) und zur Computertomographie (CT) nur im fortgeschrittenen Stadium durchgeführt, um das Ansprechen einer Therapie beurteilen zu können. Im PET-CT können alle Organe und auch die Knochen beurteilt werden.

Vera

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