Welche Nebenwirkungen hat die Antihormontherapie mit einem Aromatasehemmer?

Die Nebenwirkungen der Antihormontherapie entstehen durch das Fehlen der weiblichen Geschlechtshormone, wie es auch nach den Wechseljahren der Fall ist; die Nebenwirkungen ähneln daher im Wesentlichen den Wechseljahresbeschwerden. Diese Nebenwirkungen sind deutlich geringer als die einer Chemotherapie. Da du diese Therapie aber über einen langen Zeitraum einnimmst, sollten sie dich in deiner Lebensqualität so wenig wie möglich einschränken. In der folgenden Übersicht findest du häufige Nebenwirkungen und einige Tipps zur Linderung der Beschwerden. Solltest du anhaltende Beschwerden haben, dann sprich mit deinem behandelnden Arzt darüber; viele Nebenwirkungen verschwinden von alleine wieder und bei anderen gibt es Möglichkeiten zur Behandlung. Eventuell ist auch eine Umstellung auf ein anderes Präparat möglich.

Aromatasehemmer

Aromatasehemmer kommen vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren zum Einsatz, weil hier die Östrogenproduktion nicht mehr von den Eierstöcken ausgeht. Die Östrogenproduktion geschieht hier im Muskel- und Fettgewebe durch die Umwandlung von sogenannten androgenen Vorstufen durch das Enzym Aromatase. Auch diese geringen Mengen an Östrogen regen die Tumorzellen zum Wachstum an. Aromatasehemmer wirken der Östrogenfreisetzung aus dem Muskel- und Fettgewebe entgegen, indem sie das Enzym Aromatase blockieren. Bei Frauen, die vor den Wechseljahren eine Therapie mit einem Aromatasehemmer erhalten ist die zusätzliche Gabe eines sog. GnRH-Analogons erforderlich, um die Östrogenfreisetzung aus den Eierstöcken zu unterbinden. Derzeit sind die drei Aromatasehemmer Anastrozol, Exemestan und Letrozol verfügbar.

Muskel- und Gelenkschmerzen treten in den ersten Monaten der Anwendung häufig auf. Leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac helfen um die Symptome zu verbessern. Auch körperliche Aktivität kann die Beschwerden lindern. Bei längerer Therapiedauer kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen, und das Risiko für eine Osteoporose steigt. Sportliche Aktivität sowie eine zusätzliche Aufnahme von Kalzium und Vitamin D3 sind empfehlenswert. Zudem sollte zu Beginn der Therapie eine Knochendichtemessung erfolgen. Zur Knochendichtemessung ist die sogenannte DXA Methode am besten geeignet. Diese sollte unter der Aromatasehemmer-Einnahme alle 2 Jahre wiederholt werden.

Ein Anstieg der Cholesterinwerte ist möglich. Die Laborwerte sollten während der Therapie regelmäßig überprüft werden. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Verdauungsstörungen und Übelkeit, Gewichtszunahme und Kopfschmerzen. Körperliche Aktivität wie Spaziergänge, Nordic Walking oder Wassergymnastik können diese Beschwerden lindern. Yoga, Qigong, Tai Chi oder Pilates helfen zudem die Körperwahrnehmung zu stärken und die Behandlung positiv zu unterstützen. Trockene Haut und Schleimhäute sind möglich; hier helfen pflegende und befeuchtende Cremes und Lotionen. Hitzewallungen und Schweißausbrüche treten seltener auf, als unter einer Tamoxifen-Einnahme. Und auch das Risiko für das Auftreten einer Thrombose ist geringer, als unter einer Tamoxifen-Einnahme.

Heike

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