Was ist Entlassmanagement und wie kann es mich unterstützen?

 

Die Dauer des stationären Aufenthalts ist bei Krebserkrankungen heutzutage relativ kurz – meist sind es nur einige Tage nach der OP. Die restliche Therapie kann oft ambulant durchgeführt werden. Wie aber kann daheim die Versorgung sichergestellt werden? Wie kann man Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung bekommen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das sog. Entlassmanagement. Denn das Entlassmanangement soll Patient*innen bei Herausforderungen nach der Entlassung aus der Klinik unterstützen.

 

 

Seit 2019 haben gesetzlich versicherte Patient*innen Anspruch auf diese Unterstützung mit der Anschlussversorgung. Kliniken und Reha-Kliniken dürfen Patient*innen seitdem nicht mehr entlassen, wenn die unmittelbar anschließende Versorgung nicht sichergestellt ist.

Das Entlassmanagement hilft die individuell passende Versorgung nach der Entlassung zu organisieren. Patient*innen sollten daher möglichst früh die behandelnden Ärzt*innen, Pflegenden, Psychoonkolog*innen oder andere Beteiligte der Therapie darauf ansprechen, damit die Betreuung durch das Entlassmanagement eingeleitet werden kann. Die weitere Organisation der anschließenden Versorgung übernimmt in den meisten Kliniken dann der Sozialdienst. Dieser stellt den Kontakt zu Kranken- und Pflegekassen her und kennt die richtigen Ansprechpartner*innen bei Reha, Pflegediensten etc. Die Mitarbeitenden des Sozialdienst helfen bei bürokratischen genauso wie organisatorischen Fragen.

Egal welche Unterstützung nach der Entlassung nötig ist, in jedem Fall bekommen Patient*innen einen Entlassbrief der Ärzt*innen mit allen relevanten Informationen zur erfolgten und geplanten Therapie. Darin sind auch die Medikamente aufgelistet, die eingenommen werden müssen. Bei Bedarf kann für die ersten sieben Tage nach der Entlassung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU, „Krankenschein“) von den Ärzt*innen ausgestellt werden. In begrenztem Umfang können auch Verordnungen für Medikamente, Heil- und Hilfsmittel durch die Klinikärzt*innnen ausgestellt werden. Beachtet werden muss hier die kurze Gültigkeit der Entlassrezepte von nur drei Werktagen (Entlasstag und Samstage zählen dazu!).

MBF