Möglichkeiten der Brust-Rekonstruktion

Wiederaufbau mit einem Implantat:
Der Wiederbau mit einem Implantat ist sowohl in der Erstoperation möglich als auch zu einem späteren Zeitpunkt, falls du dich erst nach Monaten oder Jahren für eine Rekonstruktion entscheidest. Ausschlag gebend für dieses Verfahren sind deine Hautverhältnisse. Diese muss gut durchblutet sein und vor allem muss genug Haut zur Implantatbedeckung vorhanden sein.
Sollten dein Hautmantel zu klein sein, gibt es die Möglichkeit, dir einen sogenannten „Expander“ einzulegen. Er sieht ähnlich aus wie ein Implantat, ist aber ein Kunststoffkissen, welches in regelmäßigen Abständen bei einem ambulanten Besuch nach und nach mit Kochsalz aufgefüllt wird. Durch das Auffüllen dehnt sich deine Haut ganz langsam. Der Expander wird dann nach Erreichen der gewünschten Größe durch ein Implantat in einer weiteren Operation ersetzt. Die Implantate sind mit hochwertigem Silikon gefüllt und werden in die Wundhöhle eingesetzt, wo ursprünglich dein Brustgewebe lag. Diese Silikonkissen brauchen eine Bedeckung und dürfen nicht direkt unter der Haut liegen, sonst kommt es zu Durchblutungsstörungen. Es besteht entweder die Möglichkeit das Implantat mit ortsständiger Muskulatur, z. B. dem Brustmuskel zu bedecken oder aber mit sogenannten Netzen. Diese bestehen entweder aus Kunststoffen und ggf. Titan oder es sind von lebendigen Zellen bereinigte Tierhäute (sogenannte azelluläre Matrix). Das Netz wird nach und nach von körpereigenen Zellen über- und durchwachsen und bildet so eine Barriere zwischen Haut und Implantat. Die Netzte haben den Vorteil, dass das Implantat wie ein „innerer BH“ in Position gehalten werden kann und damit ein Absacken verhindert wird.

Wiederaufbau mit Eigengewebe:
Eine Brust, die mit körpereigenem Gewebe rekonstruiert wurde, fühlt sich immer wärmer und weicher an, als eine rekonstruierte Brust mit einem Implantat. Die Operation ist jedoch eine deutlich größere. Nicht nur von der Zeit, die die Operation dauert, sondern auch, weil du immer mindestens zwei Wundflächen hast. Die der Brust und die der Entnahmestelle. Die Rekonvaleszenz ist deshalb auch deutlich länger als bei einem Wiederaufbau mit Implantaten.

Mit Gewebe aus deinem Bauch (DIEP „Deep Inferior Epigastric Perforator Flap“):
Bei der DIEP-Lappen-Methode werden dir Haut und Fettgewebe zusammen mit den versorgenden Blutgefäßen aus deiner Unterbauchdecke entnommen und in den leeren Hautmantel deiner Brust eingesetzt. Im Gegensatz zum TRAM-Lappen, der ebenfalls aus deinem Unterbauch entnommen wird, wird dir beim DIEP-Lappen das Muskelgewebe nicht entnommen, sondern nur gespalten, um die Gefäße entnehmen zu können. Das hat den Vorteil, dass es zu keiner Muskelschwäche im Bereich der Bauchwand kommen kann. Schöner Nebeneffekt bei den Bauchlappen ist eine gleichzeitige Bauchdeckenstraffung, wobei durch die Operationsart auch eine zusätzliche Narbe quer am Unterbauch verursacht wird. Durch die Bauchdeckenstraffung wird dein Bauchnabel neu eingesetzt, auch hier hast du nach der Operation eine kleine kreisrunde Narbe. Beide Narben lassen aber sich durch Kleidung gut verbergen.

Mit Gewebe aus deinem Bauch inkl. Muskel (TRAM „Transverse Rectus Abdominis Muscle Flap“):
Für den TRAM-Lappen wird dir ebenfalls Eigengewebe aus der Bauchdecke entnommen, gemeinsam mit einem Stück Muskelgewebe. Die Blutversorgung des entnommenen Gewebes bleibt erhalten, es bleibt an die bestehenden Blutgefäße “angeschlossen: das ist dadurch möglich indem dein Chirurg den Lappen unter der Haut aufwärts Richtung Brust verschiebt. Die Muskelentnahme schwächt die Bauchdecke. Der operative Aufwand ist im Gegensatz zu den Operationstechnicken, bei denen ein Gefäß mit Transplantiert werden muss geringer, allerdings besteht beim TRAM-Lappen durch das „Verschieben“ ein erhöhtes Risiko für Wundheilungs- und Durchblutungsstörungen.

Mit Gewebe aus deinem Rücken („Latissimus Dorsis Plastik“):
Bei dieser Operationstechnik wird ein Stück eines Rückenmuskels mit seinem umgebenden Fettgewebe entnommen und nach vorne versetzt. Häufig wird diese Opeationstechnik auch in Kombination mit einem Implantat angewandt. Deine anderen Rückenmuskeln übernehmen mit der Zeit die ursprüngliche Funktion des entnommenen Muskelstücks. Du hast nach dieser Operation eine zusätzliche Narbe auf deinem Rücken, die du allerdings mit dem BH verdecken kannst.

Mit Gewebe aus dem Haut- und Unterhautgewebe deines Pos (S-GAP „Superior gluteal artery Perforator Lappenplastik“):
Diese Operationsmethode ist ähnlich wie die des DIEP-Lappens. Auch hier werden dir Haut und Fettgewebe mit den versorgenden Blutgefäßen entnommen und in den leeren Hautmantel deiner Brust eingesetzt. Die Entnahmestelle ist statt deines Unterbauches Gewebe aus dem Po. Je nach Entnahmestelle wird unter dem „S-GAP“ (oberer Gesäßteil) und dem „I-GAP“ (unterer Gesäßteil) unterschieden. Die Größe der Narben im Gesäßbereich richten sich nach der Größe des entnommenen Gewebestückes. Das kann anfänglich Beschwerden beim Sitzen verursachen.

Mit Gewebe aus deinem Oberschenkel („Grazilis Flap“):
Beim Grazilis-Lappen handelt es sich auch um eine ähnliche Operationstechnik wie beim DIEP-Lappen, die Entnahmestelle für den Lappen ist jedoch aus deinem Oberschenkelmuskelgewebe. Dabei wird ein kleiner Muskel transplantiert, der keinen bemerkenswerten Verlust deiner Muskelkraft im Oberschenkel und Bein darstellt. Die Narbe für die Entnahmestelle ist je nach Operateur entweder in deiner Leistenfalte verborgen oder horizontal an der Oberschenkelinnenseite.

Vera

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