Mammaprothetik (Brustprothesen)

Wenn deine Brust operativ entfernt werden musste und ein kosmetischer Volumendefekt zu sehen ist, hast du die Möglichkeit diesen mit Brustprothesen (Epithesen), die du in deinen BH oder Badeanzug legen kannst, den Verlust optisch auszugleichen. Bereits nach der Operation wird dir dein Brustzentrum den Kontakt zu einem Sanitätshaus dafür herstellen. Die Mitarbeiter(innen) des Sanitätshaus werden dir zur Erstversorgung eine weiche Prothese aus Watte anpassen, welche die noch empfindliche Haut schont. Ein paar Wochen später kannst du auf eine Silikonprothese umsteigen. Das Material ist sehr angenehm auf der Haut, weich und ähnelt bei Bewegung dem körperlichen Schwingverhalten der Brust. Du hast die Möglichkeit zwischen Haftprothesen und Einlegeprothesen zu wählen. Für die Einlegeprothesen sind Spezial-BHs und -Badekleidung nötig, die eine eingenähte Tasche besitzen, in die du das Silikonkissen einigen kannst. Durch die eingenähte Tasche verrutschen die Prothesen nicht. Als Brustkrebspatientin kann dir dein behandelnder Arzt sowohl die Brustprothesen als auch die Spezial-BHs auf einem Rezept verordnen. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Kassen die prophetische Versorgung ganz. Bei Spezial-BHs erhältst du zweimal jährlich einen Zuschuss, der die Mehrkosten für die Spezialunterwäsche ausgleichen soll. Die Höhe des Zuschusses ist bei den Kassen unterschiedlich, meistens beträgt er etwa 40€. Der Spezial-Badeanzug wird in den meisten Fällen auch bezuschusst, bitte kläre das im Vorfeld mit deiner Krankenkasse ab. Diese Leistungen werden in der Regel übernommen:

  • Erstversorgung nach Brustamputation oder -teilamputation (1 Erstversorgungsprothese aus Schaumstoff oder Watte inkl. Erstversorgungs-BH)
  • Erstausstattung (1 bis 2 Brustprothesen, 2 Spezial-BHs mit oder ohne eingenähter Tasche, zum Teil Spezial-Badeanzug)
  • Einmal pro Jahr 2 Spezial-BHs mit oder ohne eingenähter Tasche
  • Alle 2 Jahre 1 neue Badeprothese, zum Teil Spezial-Badeanzug

Bei starken Gewichtsveränderungen, Verlust oder Defekt kann dir dein Arzt für einen Ersatz eine entsprechende Bescheinigung ausstellen. Eine Alternative zu den Einlegeprothesen sind Haftprothesen. Diese sind mit Hilfe eines speziellen hautfreundlichen Klebebandes direkt auf der Haut anzubringen und ermöglichen dir das Tragen deiner bisherigen Unterwäsche und Badekleidung. Die Kosten hierfür werden ebenfalls von der Krankenkasse übernommen, sofern dein Arzt dir diese rezeptiert hat. Ob du dich für eine Einlegeprothese entscheidest oder dir eine Haftprothese lieber ist, musst du nach einer ausführlichen Beratung im Sanitätshaus individuell für dich entscheiden. Manchen Frauen ist der Aufwand mit der Befestigung und Reinigung der selbsthaftenden Prothese zu groß, andere haben Probleme mit dem Gewichtsunterschied zwischen der natürlichen Brust und der Einlegeprothese durch den BH. Um die Kosten, die auf dich durch die Prothesenversorgung zukommen, besser abschätzen zu können, empfiehlt es sich, dass du dir von deinem Sanitätshaus einen Kostenvoranschlag erstellen lässt. Diesen kannst du dann auch vor der Bestellung bei deiner Krankenkasse einreichen und so die Zuschüsse klären.

Vera

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