Kühlhandschuhe gegen Sensibilitätsstörungen in den Fingern unter Chemotherapie

Kältehandschuhe und Kältesocken, die während der Chemotherapie getragen werden, sollen Schädigungen an den Nervenbahnen deiner Hände und Füße vermeiden und lindern. Das gilt vor allem für Patientinnen, die eine Taxanhaltige Chemotherapie bekommen, weil hier als schwerwiegende Nebenwirkung eine Nervenschädigung, die sogenannte Polyneuropathie, auftreten kann.

Die Socken und Handschuhe sind ähnlich wie Coolpacks mit einem Gel gefüllt und müssen vor der Anwendung in das Gefrierfach bei minus 18 Grad gelegt werden. Derzeit wird in Studien geprüft, ob sich periphere Nerven durch die Kälte vor Schäden schützen lassen. Durch die Kühlung verengen sich die Gefäße und die Hände und Füße werden nicht mehr so gut durchblutet. Somit soll das Medikament erst gar nicht bis in die Finger und Zehen gelangen und so toxische Hautreaktionen und Nervenschädigungen vermeiden. Auch das tragen enger Garten- oder Gummihandschuhe soll helfen, die Durchblutung der Finger während der Chemoinfusion zu reduzieren.

Ein Kühlelement kühlt etwa für eine Stunde. Da die meisten Chemotherapie länger dauern, sind mehrere Elemente nötig. Die Kühltherapie beginnt meist eine viertel Stunde vor der Infusionstherapie und bleibt während der gesamten Therapie an deinen Händen und Füßen. Nicht alle onkologischen Einheiten bieten die Kühlung der Hände und Füßen während der Chemotherapie an, einige onkologische Tageskliniken bieten es jedoch schon an. Möglich ist auch, dass du deine eigenen Kühlhandschuhe mmitbringst. Diese gibt es einzeln in Sanitätsfachhäusern zu kaufen. Die Verschreibung auf Rezept ist aktuell noch nicht möglich.

Du solltest deine behandelnden Ärzte und Pflegekräfte auf die Behandlungsmöglichkeit an und die Organisation der Kühlelemente ansprechen.

Vera

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