Ist eine Rehabitilationssportgruppe das richtige für mich?

Ähnlich wie für Herz- oder Diabetespatienten werden auch für Krebspatienten Rehabilitationssportgruppen angeboten – meistens von Sportvereinen mit einem sogenannten onkologischen Übungsleiter. Er hat Erfahrungen mit Rehabilitationssport und wurde speziell für die Problematik bei Krebspatienten ausgebildet. Die Qualifikation der Übungsleiter reicht von Trainern, die sich das Wissen über Kurse angeeignet haben bis hin zu ausgebildeten Sportwissenschaftlern mit universitärem Abschluss.

In diesen Gruppen ist, anders als bei Herzsportgruppen, kein Arzt vor Ort – eine direkte fachliche Kompetenz zu speziellen Fragen der Krebserkrankung besteht somit nicht. Allerdings benötigt jede anerkannte Rehabilitationssportgruppe einen Arzt, der für eventuelle Rückfragen zur Verfügung steht. Meistens sind es jedoch die Übungsleiter, die über langjährige Erfahrung und ein gutes Wissen verfügen und oft weiterhelfen können.

Wichtig ist nur, dass du vor Beginn die Übungsleiter sowohl über deine Krankengeschichte als auch über psychische und physische Einschränkungen informierst. Viele Vereine fragen den aktuellen Gesundheitszustand mittels eines kurzen Fragebogens ab, um eventuelle Einschränkungen für das Training berücksichtigen zu können.

Die Übungen in der Krebssportgruppe zielen auf die Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen ab, indem sie entsprechende Funktionsgymnastik (wie zum Beispiel Übungen gegen Lymphödeme und bei Polyneuropathie) anbieten. Darüber hinaus wird auf die Verbesserung der Koordination und die Kräftigung der Muskulatur als aktive Sturzprophylaxe hingearbeitet. Durch eine Anleitung zum Ausdauer- und Krafttraining wird das Programm ergänzt.

Eine ganzheitliche Übungseinheit stärkt das Selbstwertgefühl und wird durch Entspannungsübungen sowie kleine Spielformen abgerundet. Allgemein besteht das Ziel darin, Krebspatienten eine fundierte Anleitung zum Umsetzen von entsprechend wichtigen Übungen oder Übungsinhalten zu vermitteln, die anschließend auch zu Hause durchgeführt werden können. In den Gruppen fühlen sich Patienten mit wenig oder fehlender Sporterfahrung meist gut aufgehoben. Für einige ist schon das Dabeisein ein großer Schritt, weil damit die Diagnose Krebs öffentlich gemacht wird. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass gerade der Kontakt mit anderen Krebspatienten, der persönliche und soziale Austausch letztendlich überwiegt und die eigene Situation besser eingeschätzt und relativiert werden kann.

Eine Krebssportgruppe hat den Vorteil, dass es über eineinhalb bis zwei Jahre eine regelmäßige Anleitung gibt. Eine ideale Ergänzung ist das eigenständige Training, das auf diesen Erkenntnissen fußt und zeitlich in die eigene Wochenplanung integriert werden kann. Fitnessstudios mit kompetenter Anleitung, vor allem solche, die weniger auf Fitness als auf Gesunderhaltung und Rehabilitationssport setzen, sind eine optimale Ergänzung. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining in einer positiven Umgebung mit Rückkopplungsmöglichkeiten eines Trainers sind hier von großem Vorteil. Bei einem eigenständigen Training solltest du berücksichtigen, dass eine sportmedizinische Vorgabe erfolgen soll, um Überbelastungen oder Fehlbelastungen zu vermeiden.

Vera

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