Holunder – Ein Strauch mit vielen Facetten

 

Holunder ist in der Naturheilkunde beliebt, weit verbreitet und wird seit Jahrtausenden von den Menschen genutzt. Verwendet wird besonders der Schwarze Holunder.

Da dem Gewächs zahlreiche heilende und magische Eigenschaften zugesprochen wurden, entstand u.a. bei den Germanen der Glaube an eine Holunderfrau. Das Märchen Frau Holle (Holler ist das bairische Wort für Holunder) und der Ausspruch Holla, die Waldfee! Sind wohl darauf zurückzuführen. Holunderbäume durften daher nicht gefällt werden und wurden häufig gegrüßt, um die Bewohner des Buschs milde zu stimmen.Holunder soll gegen Geister und Blitzschlag schützen, daher wurden lange Holunderbäume neben Häuser und Ställe gepflanzt. In Schweden glaubt man, das zu Midsommer von einem Holunderbaum die Lichtgöttin Birgid sehen kann, während in Dänemark der Holunder das Tor zur Unterwelt ist. Zudem soll es der Liebe zuträglich sein, wenn ein Holunderbusch am Johannistag (24. Juni) blüht.

Holunder enthält Vitamine, Mineralien, Gerbstoffe, ätherisches Öl und Kaffeesäurederivate. Er soll Erkältungen und Entzündungen lindern und hilft gegen Eisen- und Vitaminmangel. Zudem soll er die Nieren unterstützen und Stress abbauen. Auf der Haut angewandt, kommt er als Hausmittel bei Hautinfektionen, Geschwüren und Insektenstichen zum Einsatz. Neben den Blüten und Beeren, werden auch Blätter und Rinde in Tees genutzt.

Holundersaft lindert Muskel- und Knochenschmerzen. Auch bei Eisenmangel wird er gerne eingesetzt. In der Erkältungssaison wird er gerne getrunken, um das Immunsystem zu unterstützen. Die harntreibende Eigenschaft wird gerne bei Blasenproblemen genutz. Kinder finden den Saft wohlschmeckend und akzeptieren ihn so gerne als Quelle von Vitamin C, E, K, Provitamin A und die B-Vitamine. 

Holunder blüht ab Juni. Die Blüten sollten gesammelt werden, sobald sämtliche Blüten einer Dolde geöffnet sind. Ab Ende August sind die Beeren dann erntebereit. Wenn sie reif sind, sind sie dunkel-violett bis schwarze. Aus Holunder wird gerne Marmelade und Saft hergestellt. Der Saft wird zu Gelee, Wein oder Likör weiterverarbeitet. Aus den Blüten wird Holunderblütensirup hergestellt, der mit Wasser oder Prosecco aufgegossen wird. Die getrockneten Blüten können als Tee aufgegossen werden.

Holunder verarbeiten

Reife Holunderbeeren werden mit Dolden vom Baum geschnitten und gründlich in stehendem, lauwarmem Wasser gewaschen.
Mit einer Gabel können die Beeren von den Stielen abgestreift werden. Nach dem Waschen und Entstielen können die Beeren mit Zucker vermischt und eingefroren werden.

Auch die Blüten können eingefroren werden. Dazu die Dolden schütteln, um sie von Schmutz zu befreien, kurz in Wasser tauchen und dann abtropfen lassen. Die Dolden auf ein ein Tablett o.ä. legen und für einige Stunden in die Gefriertruhe stellen. Die gefrorenen Blüten vorsichtig von den Stielen streifen und umfüllen.

Holundersaft: Ohne Entsafter werden die Beeren zunächst mit Zucker und Zitronensaft aufgekocht, dann durch ein Sieb passiert und erneut unter ständigem Rühren aufgekocht, bevor der heiße Saft in saubere Flaschen gefüllt wird. Für Holundergelee wird Holundersaft mit Gelierzucker versetzt und wie oben gekocht. Für Holundermarmelade werden die Beeren im Ganzen und sobald sie ihren Saft freigeben, mit einem Stampfer zerdrückt, passiert und dann mit Gelierzucker versetzt. Je nach Geschmack wird die Marmelade mit Zimt, Nelken oder Rum abgeschmeckt.

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MBF