Hand-Fuß-Syndrom

Das Hand-Fuß-Syndrom kann als Therapienebenwirkung unter einer Chemotherapie auftreten. Durch eine Chemotherapie werden Zellen und Zellstrukturen geschädigt. Man geht davon aus, dass diese geschädigten Zellen bereits durch alltägliche Bewegungene wie gehen oder greifen verletzt werden und somit einen Austritt toxischer Substanzen in das umliegende Gewebe ermöglichen, das dadurch geschädigt wird. Meistens betrifft es Gewebe, in dem sich viele Schweißdrüsen und -gänge befinden.

Das Hand-Fuß-Syndrom beginnt meistens mit einem ausgeprägten Ausschlag auf deinen Handinnenflächen und Fußsohlen, oft verbunden mit einem Taubheitsgefühl oder intensiven Kribbeln und Sensibilitätsstörungen, wie zum Beispiel beim Wärme- und Kälteempfinden. In diesem Stadium reicht es, wenn deine Medikation reduziert oder pausiert wird, bis die Beschwerden verschwunden sind. Eine Verbesserung der Symptomatik ist in der Regel bereits nach 2 bis 7 Tagen zu sehen. Sollten sich in den betroffenen Hautbereichen Blasen bilden oder gar deine Haut abgehen, ist das meist mit Schmerzen verbunden. Es können auch andere Körperbereiche wie deine Achsel- und Leistengegend oder auch den Hals und die Haut an deinen Unterarmen betroffen sein. Dieses Stadium des Hand-Fuß-Syndroms hat auch Auswirkungen auf deine Lebensqualität und schränkt deine Leistungen im Alltag ein und sollte deshalb unbedingt bereits im Anfangsstadium behandelt werden. Hier wird dein behandelnder Onkologe die Therapie vorerst unterbrechen bis die Symptomatik sich zurückgebildet hat, meistens etwa nach 2 Wochen. Dann kann mit der Therapie wieder begonnen werden. Das Hand-Fuß-Syndrom verschlechtert sich in der Regel nicht mehr, wenn die Therapie einmal abgesetzt wurde.

Informationen zum Hand-Fuß-Syndrom:

  • Es gibt keine gesicherten Empfehlungen, wie ein Hand-Fuß-Syndrom vermieden werden kann
  • Bisher sind noch keine Faktoren bekannt, die die Ausprägung eines Hand-Fuß-Syndroms vorhersagen können
  • Das Auftreten des Hand-Fuß-Syndroms erfordert kein Beenden der Therapie, aber ein konsequentes Therapiemanagement der Nebenwirkung
  • Besondere Beobachtung der Hände und Füße auf Hautveränderungen und Sensibiltätsstörungen ist bei einer Chemotherapie mit 5-FU oder Doxorubicin erforderlich
  • Das Hand-Fuß-Syndrom ist unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich
  • Eine rechtzeitige Behandlung des Hand-Fuß-Syndroms führt zu einem frühzeitigen Abklingen der Beschwerden. Deshalb ist eine frühzeitige Therapiepause oder eine Reduktion der Dosis zu empfehlen

Schweregrade des Hand-Fuß-Syndrom:

Grad I: schmerzlose Rötung, leichtes Taubheitsgefühl & Kribbeln, keine Beeinträchtigung für dich im Alltag

Grad II: strake, schmerzhafte Rötung, Schwellung, Einschränkungen im Alltag

Grad III: Hautschuppung, gelegentlich auch feuchte Hautschuppung, Blasen, offene Wunden, starke Schmerzen, erhebliche Beeinträchtigung im Alltag

Pflegetipps zur Linderung eines Hand-Fuß-Syndroms:

  • Vorbeugend die Handinnenflächen und Fußsohlen mit Olivenöl oder einer fettenden oder harnstoffhaltigen Hautsalbe einreiben
  • Betroffene Bereiche intensiv und regelmäßig (mindestens 3x täglich) mit einer rückfettenden und harnstoffhaltigen Creme eincremen. Alternativ mit Hanföl einreiben. Hanföl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und führt deshalb zu einer Verbesserung des Hautbildes und zum Abklingen der Beschwerden.
  • Hand- oder Fußbäder mit abgekochtem Leinsamen (geschroteten Leinsamen 5 Minuten im Wasser aufkochen, abkühlen lassen und dann die Hände und Füße in angenehmer Temperatur baden. Die Eiweißsubstanzen des Leinsamens bilden eine Schutzschicht auf der Haut und beschleunigen den Heilungsprozess)
  • Nachts nach dem eincremen Baumwollhandschuhe oder -socken tragen
  • Kühlende Hand- und Fußbäder mit anschließendem Eincremen (zum Beispiel mit Eiswürfelwasser)
  • Hände bei Garten- und Haushaltsarbeit durch Handschuhe schützen (auch zum Beispiel beim Aufdrehen von Gläsern und Flaschen)
  • Den direkten Kontakt mit Haushaltsreinigern und Spülmittel durch Handschuhe vermeiden
  • Starke mechanische Belastung vermeiden. Dazu zählt auch Klavier oder Geige spielen, Wandern oder Sportarten, bei denen es zu starker Schweißbildung kommt.
  • Auf lange heiße Vollbäder, Sauna/Dampfbäder oder Sonnenbäder während der Therapiezeit verzichten
  • Keine engen und einschnürende Schuhe und Kleidung tragen, um zusätzliche Belastung zu vermeiden, ggf. auch auf Schmuck oder Gürtel verzichten. Gepolsterte Schuhe schützen vor Druckstellen und Verletzungen.
  • Veränderungen an Händen und Füßen sofort mit den behandelnden Ärzten besprechen
Vera

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