Darf ich auch mit einem Lymphödem im Arm Sport machen?

Ein Lymphödem bedarf besonderer Aufmerksamkeit beim körperlichen Training. Jedoch auch mit dem betroffenen Arm sind Übungen möglich und durchaus sinnvoll. Denn Patientinnen mit Lymphödem, die sich körperlich schonen, weisen doppelt so häufig eine Verschlechterung ihres Lymphödems auf als diejenigen, die körperlich aktiv waren.

Achte allerdings darauf, während des Trainings möglichst immer den Kompressionsstrumpf zu tragen. Dadurch beugst du einer Verschlimmerung des Lymphödems durch die Belastung des Arms vor. Isometrische Übungen, also statische Kraftübungen ohne Gelenkbewegungen, solltest du vermeiden, da sie den Druck im Arm erhöhen. Eindeutig zu empfehlen sind dynamische Kraftübungen mit leichten Gewichten. Trotz dieser Maßnahmen solltest immer bedenken, dass du am oberen Brustkorb und in der Achselregion ein sehr verletzliches Therapieareal vorfindest, das durch ein Übermaß an Belastung auch geschädigt werden kann. Bestrahlte Hautbereiche sind besonders empfindlich und können durch Kleidung, die bei Armbewegungen an der Haut scheuert, aufrauen. Das macht die Haut dann auch besonders anfällig für Entzündungen. In diesen Fällen ist es sinnvoll, diese Bereiche abzudecken oder möglichst lockere Kleidung zu tragen. Von Kunststofffasern in der Kleidung ist abzuraten.

Besonders empfehlenswert und von Patientinnen als angenehm empfunden ist die Bewegung im Wasser. Der hydrostatische Druck des Wassers begünstigt den Abfluss der Lymphe im Arm und erleichtert die Bewegung. Da ruckartige Bewegung Schäden an behandeltem Gewebe verursachen können, kommt auch hier der positive Effekt des Wasserwiderstands zum Tragen. Die Haut bedarf allerdings besonderer Schutzmaßnahmen wie wasserabweisende Salben im Bereich der beanspruchten Hautareale. Die körperliche Aktivität im Wasser empfiehlt sich bei Patientinnen mit Gelenkarthrosen und deutlichem Übergewicht, da der Auftrieb des Wassers in diesen Fällen die Gelenke entlastet. Grundsätzlich solltest du auch im Wasser das Training bei Lymphödem mit niedriger Intensität und Dauer beginnen. Jede Patientin reagiert auf identische Belastungen anders. Lernst du eine neue Bewegungsform, solltest du anschließend ein bis zwei Tage Pause zur Nachbeobachtung einplanen. So können Arzt und Sporttherapeut bewerten, ob und in welcher Weise sich das Ödem verändert und die nächste Trainingseinheit daran anpassen.

Vera

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