Bringt Sport etwas gegen das Müdigkeitssyndrom (Fatigue)?

Patienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom sprechen durchaus gut auf ein körperliches Training an. Obwohl sie abgeschlagen und müde sind, weist ein sehr moderates Training positive Effekte auf.
Die Übungen sind so zu strukturieren, dass ausreichend auf Ruhephasen geachtet wird und die Belastungsintensität nicht zu hoch ist: Moderates bis moderat-höheres Ausdauer- und Krafttraining sollten sich abwechseln.
Empfohlen ist die Kombination von Physiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, wobei die Physiotherapie mit Massagen zunächst im Vordergrund steht. Leichtes Krafttraining mit und ohne Geräte unter Anleitung ist eine nächste Stufe, die schließlich durch ein Ausdauertraining ergänzt wird. Dieses Ausdauertraining sollte an drei nicht aufeinanderfolgenden Tagen in der Woche durchgeführt werden. Die Länge einer Einheit kann 10 bis 30 Minuten betragen; wähle zu Beginn einen geringeren Zeitumfang und trainiere gegebenenfalls auch mehrmals am Tag. Da das chronische Müdigkeitssyndrom nicht nur während der Akuttherapie auftritt, sondern auch bei 30 Prozent der Patienten bis zu fünf Jahre nach der Behandlung fortbesteht, bezieht sich ein solches Trainingskonzept auf einen langen Zeitraum.

Entscheidend im Gesamtkonzept einer sporttherapeutischen Behandlung des chronischen Müdigkeitssyndroms sind die Ermittlung und die Steuerung der optimalen Dosis zur Vermeidung von Unter- und Überforderung. Zu intensive Belastungen führen eher zu einer Verschlechterung der Symptomatik, vor allem dann, wenn die wichtigen Erholungsphasen nicht ausreichend eingehalten werden. Unterforderung oder zu lange Pausen zwischen den Trainingseinheiten, wie etwa von vielen Tagen oder gar Wochen haben eine deutliche Abnahme der Belastbarkeit zur Folge. Es gibt also kein „Vortrainieren“ oder „Nachtrainieren“. Es kommt auf die genau angepasste, regelmäßige Dosis der Sporttherapie mit einer langsamen Steigerung und geregelten Erholungsphasen an. Je ausgeprägter das Fatigue-Syndrom, desto moderater muss die körperliche Aktivität gewählt werden.

Grundsätzlich gilt:
Wähle lieber häufige kurze Einheiten mit moderater Intensität, als dich in einer Trainingseinheit zu überfordern. Lasse die Blutwerte regelmäßig überprüfen. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten bieten spezielle Fatigue-Sprechstunden der Beratungsstellen der Krebsgesellschaften an.

Vera

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