Angst und Krebs

 

Bei vielen Patient*innen bricht nach der Diagnose „Krebs“ eine Welt zusammen. Ängste werden teilweise zum ständigen Begleiter: Angst vor Behandlung, Schmerzen, Rezidiv und Tod. Angst vor der Reaktion des sozialen Umfelds, der Versorgung der Familie etc.

Gefördert wird dies durch die erlernten Assoziationen mit diesem Krankheitsbild. In der Gesellschaft wird Krebs oft als unheilbare Erkrankung wahrgenommen. Längst gibt es aber für viele Krebsarten gute Behandlungen und die Wissenschaft arbeitet unermüdlich an neuen und noch wirksameren Therapien.

Insbesondere in der ersten Therapiephase ist es notwendig, dass eine vertrauensvolle Beziehung zum Behandlungsteam aufgebaut wird. Patient*innen müssen das Gefühl haben bestmöglich betreut zu sein. Holen Sie sich im Zweifel eine zweite Meinung ein. 

Lassen Sie sich nichts einreden. Seien Sie vorsichtig mit Informationen aus den sozialen Netzwerken. Erfahrungen von anderen Patient*innen müssen nicht auf Sie zutreffen, denn Krebs ist nicht gleich Krebs. Beziehen Sie von Anfang an daher eine Bezugsperson ein, die Ihnen hilft den Überblick zu behalten und Sie zu Arztgesprächen und den Behandlungen begleitet. Sprechen Sie mit dieser Person offen über Ihre Ängste.

Kommen Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine zurecht, zögern Sie nicht psychoonkologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Je nach Ihren Bedürfnissenn kommen Entspannungsübungen, Schulungen oder Therapien zum Einsatz. Vielleicht hilft Ihnen auch eine Selbsthilfegruppe. Es geht vielen betroffenen so: Sie sind nicht alleine mit der Angst.

Angst ist physiologisch zunächst eine normale Reaktion des Körpers auf Gefahren. Der Mensch reagiert mit erhöhter Aufmerksamkeit, Schutz und Flucht. Angst soll uns somit eigentlich stark machen und helfen Gefahrensituationen zu meistern. Angst kann sich auch körperlich äußern. Typisch sind Herzrasen, Zittern, schwitzige Hänge oder Schwindel. Die Anspannung und Symptome verschwinden, wenn die bedrohliche Situation vorbei ist. Manchmal kommt es aber zu keiner Beruhigung, die Angst hat sich von der Bedrohung entkoppelt und verselbstständigt. Vermeidung verstärkt die Angst zusätzlich. Dieser Teufelskreis sollte dann mit professioneller Hilfe unterbrochen werden.

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MBF